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Uglitsch, Russland

Allgemeine Informationen
Die alte russische Stadt Uglitsch am Oberlauf der Wolga wurde im 12. Jahrhundert gegründet und gehört wegen der vielen Sehenswürdigkeiten zum Goldenen Ring. Der Herkunft des Namens ist nicht eingehend geklärt. Er könnte auf das russische Wort „Ugol“ (zu Deutsch Winkel) zurückgehen, da die Wolga vor den Toren der Stadt einen Bogen macht oder sich auf einen im Altertum hier ansässigen Stamm beziehen. Bereits im 10. Jahrhundert siedelte hier ein Warägerheer. Im 13. Jahrhundert ist Uglitsch Hauptstadt eines kleinen Fürstentums und geht Mitte des 14. Jahrhunderts an das Moskauer Fürstentum über. Im 15. Jahrhundert entwickelt sich Uglitsch zur Metropole und gewinnt an Bedeutung. Es wird zu einem politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum des russischen Staates, prägt eigene Münzen, führt eigene Chroniken und gestaltet Bücher neu. Die Steinbauten des Kremls werden von Fürst Andrej Bolschoi dem Große errichtet, ebenso wie einige Klöster in der Umgebung. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wird Uglitsch zum Schauplatz tragischer Ereignisse. Nach dem Tod Iwans des Schrecklichen kamen seine Frau Maria und sein Sohn Dimitri in die Stadt. Unter nicht geklärten Umständen starb Dimitri. Offiziell erlitt er einen epileptischen Anfall bei dem er in Messer stürzte. Es wurde aber schon damals vermutet, dass die Anhänger Boris Godunows Dimitri umbrachten. Godunow war ein Schwager des Zaren Fjodor Ioannowitsch und hätte so einen möglichen Rivalen aus dem Weg geräumt. Der russische Schriftsteller Alexander Puschkin beschäftigt sich hiermit in seinem Werk „Boris Godunow“. Nun folgte die Epoche der Bürgerkriege, es kam zu Plünderungen und blutigen Unruhen. Zwischen 1610 und 1611 wurde Uglitsch so geplündert und verwüstet, dass sich die Stadt erst in der zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts erholte und wieder anfing, Steinkirchen zu errichten. So auch die 1692 gebaute Demetrios-Kirche, welche am Todesort Dimitris erbaut wurde. Erst nach der Oktoberrevolution begann die industrielle Entwicklung der Stadt mit dem Bau eines Wasserkraftwerkes in den 1930er Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Maschinenbaubetriebe und Fabriken zur Holzverarbeitung und Möbelfertigung dazu. Während des Zweiten Weltkrieges wurden in Uglitsch die deutschen Kriegsgefangenen des Kriegsgefangenenlagers 221 untergebracht.


 

Sehenswürdigkeiten
Der Kreml mit dem gut erhaltenen Wohnhaus des Zarensohnes gehört zu den bekanntesten Bauten der Stadt. Aus der Blütezeit der Stadt stammen das Kloster Mariä Schutz und Fürbitte (erbaut 1483) und die 1485 errichtete Erlöserkathedrale. Nicht weniger interessant und prächtig ist die vom russischen Architekten Konstantin Thon gebaute Kathedrale. In der Demetrios-Kirche zeigen Fresken Motive aus der Geschichte des Zarensohnes. Die Christi-Verklärungskathedrale wurde 1713 im Stil des Naryschkin-Barocks als Teil des fürstlichen Palastes erbaut und beherbergt vergoldete Ikonostas. Auch ein Lenin-Denkmal steht noch in der Stadt und es gibt ein Wodkamuseum.


 

Wissenswertes


Landessprache
Russisch


Währung
Rubel